Lehrerfortbildung im Infoc@

Internetsicherheitsseminar für Pädagogen

Was bedeutet :-) oder „lol“, wofür ist „Msn“ da? An zwei Nachmittagen paukten Lehrer, die an ihren Schulen Präventions- und Beratungsaufgaben wahrnehmen, im Infoc@fé, was für ihre Schüler schnöder Alltag ist. Die beiden Fortbildungsangebote am 5. und am 12. Februar fanden in Kooperation mit der Fachberatung für Suchtprävention des Staatlichen Schulamts Offenbach statt.
Rund 35 Lehrer besuchten die Veranstaltung und ließen sich von den beiden Diplom-Sozialpädagogen Angelika Beranek und Thomas Graf durch die Welt des Internets führen. Manche von ihnen kannten bis dato weder einen Chat noch bei Jugendlichen beliebte Seiten wie „YouTube“ oder „Myspace“. Die medienpädagogischen Fachkräfte aus dem Infoc@fé zeigten den Lehrern, wie rasant Jugendliche in Chats kommunizieren, wie sie inzwischen ihre persönlichen Daten auf Seiten wie „MySpace“ öffentlich machen oder wie sie Videos anschauen beziehungsweise ins Netz stellen. An sich sei das nichts schlechtes, worauf die Sozialpädagogen immer wieder hinwiesen.
Doch der Grat ist schmal, neben dem potentielle Gefahren für Jugendliche lauern. Etwa dadurch, dass die Jungen und Mädchen fahrlässig ihre persönlichen Daten veröffentlichen und Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzen, indem sie selbst gedrehte Filme ins Netz stellen. Oder sie landen schlicht auf Seiten, die für ihr Alter nicht geeignet sind. Und das passiert schnell: Dabei lernten Lehrer Internetseiten wie „Hot or Not“ kennen. Dorthin schicken junge Menschen ihre Fotos und lassen von jedermann ihr Aussehen bewerten. „Oh Gott“, entfuhr es da einer Teilnehmerin.
Aber auch die Lehrer kannten schon persönlich negative Erfahrungen mit ihren Schützlingen im Netz: „Ein Kollege wurde im Unterricht gefilmt, die Bilder landeten im Internet – kann man die Bilder wieder löschen?, fragte eine Lehrerin. Angelika Beranek konnte da keine Entwarnung geben. „Es ist wahnsinnig schwer, fast unmöglich, so etwas wieder aus dem Netz herauszubekommen“, sagte sie.
Dann wurden die Pädagogen selbst zu Chattern. In einem Selbstversuch setzten sie sich an die Computer, loggten sich ein und palaverten mit anderen Jugendlichen. Da ging es auch gleich zur Sache – sprachlich expliziter, als viele vermutet hatten. Andere machten bei ihren Erkundungsgängen aber auch positive Erfahrungen, fanden ihre eigenen Schüler im Netz, die sich als Band oder als Künstler professionell präsentierten.
Und das Fazit? Nur eine Lehrerin gestand: „Das ist nichts für mich. Ich und meine Schüler leben da in völlig unterschiedlichen Welten“. Die anderen sahen das anders. „Selbst, wenn es nicht meine Welt ist, müssen wir wissen, worauf wir bei unseren Schülern achten müssen“, erwiderte eine junge Kollegin. Es wäre fahrlässig sich nicht darauf einzulassen. Auch Thomas Graf von Infoc@fé sah vor allem eines als wichtige Aufgabe der Lehrer: „Die Kids sind Experten, wenn es darum geht, technisch top zu sein. Wir als Pädagogen wiederum können ihnen die rechtliche Seite von alledem vermitteln.“

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