Konzept
"Wir geben Orientierung in virtuellen Welten"
Das „Infoc@fé“ ist eine Jugendeinrichtung der Stadt Neu-Isenburg, die seit
dem Jahr 2000 mitten im Isenburger Stadtzentrum medienpädagogische Freizeit- und Bildungsangebote mit dem Schwerpunkt Neue Medien bereitstellt.
Unser Team besteht aus zwei hauptamtlichen pädagogischen Kräften und
mehreren Mitarbeitern auf Honorarbasis. Ziel unserer Arbeit ist es, „Medienkompetenz“ zu vermitteln. Mit professioneller Hilfe erlernen Kinder und Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien sowie deren Gestaltung.
Die heutige Generation ist wie keine andere von Medien geprägt. Über 90 Prozent
aller Jugendlichen nutzen regelmäßig den Computer.
Die Neuen Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, sie bieten einerseits große Chancen, bergen andererseits aber auch Gefahren. Das Infoc@fé begegnet dieser
Herausforderung mit dem Konzept der Vermittlung von Medienkompetenz. Dies geschieht im
Sinne des präventiven Jugendmedienschutzes.
Jugendliche bekommen im Infoc@fé die Gelegenheit, Medien und deren Inhalte
entsprechend der eigenen Ziele und Bedürfnisse effizient zu nutzen. Dies
geschieht dadurch, dass wir Jugendlichen die Eigenarten und Gefahren
der Mediennutzung bewusst machen – zu diesem Zweck laden wir Fachleute ein,
machen Exkursionen, etwa zu Computermessen wie der "Games Convention" und klären die Eltern über
Chancen und Gefahren auf. Darüber hinaus vermitteln wir Jugendlichen, wie sie
selbst Medien sachgerecht und effizient nutzen.
Wir bieten den Nutzern des Infoc@fés die Chance, zu aktiven
Gestaltern von Medieninhalten zu werden – eine Gelegenheit ein tieferes
Verständnis für Medien an sich zu entwickeln.
Im Infoc@fé lernen Kinder und Jugendliche z.B., wie sie eine Website selbst erstellen, wie Profis digital fotografieren oder Filme zu produzieren. Unser Ziel ist es, aus Medienkonsumenten Medienproduzenten zu machen.
Die Angebote des Infoc@fés
Arbeitsbereich offener Jugendtreff
Der Internetclub ist ein offenes Freizeitangebot, Clubmitglied kann prinzipiell jeder
werden. Er besteht seit September 2003 und ist inzwischen ein
zweites Zuhause für viele Jugendliche geworden. Das „Info“, wie es viele Mitglieder
inzwischen nennen, ist ein beliebter Treffpunkt, an dem die Schüler den
schulischen Leistungsdruck vergessen und ungestört mit Freunden zusammen
sein können. Zweimal wöchentlich (Di. + Do. 15-20 Uhr, für alle Mitglieder ab 16 Jahren bis 22 Uhr) treffen sich Kinder und
Jugendliche im Alter von 12 - 21 Jahren um entweder an einem von sieben PC-Arbeitsplätzen zu spielen, im Internet zu surfen, Hausaufgaben
zu machen oder in gemütlicher Atmosphäre das Caféangebot zu nutzen und Freunde
zu treffen.
Unsere Pädagogen sind dabei jederzeit Ansprechpartner, geben Hilfestellung in
schwierigen Lebenslagen und achten vor allem auf die Einhaltung des
Jugendmedienschutzes. Im Infoc@fé sind gewaltverherrlichende Spiele
oder Websites tabu.
Der Internetclub hat inzwischen rund 50 Mitglieder. Der Club basiert auf demokratischer
Selbstbestimmung. Die Jugendlichen, vertreten durch einen gewählten Clubrat, entscheiden selbst über ihren
Verhaltenskodex und das Aussehen ihres Infoc@fés.
An speziellen Thementagen befassen wir uns mit handfesten Inhalten wie Datenschutz oder
Altersbeschränkung von Unterhaltungsmedien für Jugendliche. Die Teilnehmer
können sich kritisch mit Medien auseinandersetzen, zugleich aber auch selbst
Medienproduzenten sein.
Es gibt Hardwarekurse, Kurse für
Spieleprogrammierung und viele weitere Angebote.
Regelmäßig findet eine
Spieletest AG statt, deren Mitglieder zusammen mit Pädagogen Computerspiele darauf prüfen, ob sie
für den offenen Jugendtreff geeignet sind. Zusätzlich testet und bewertet die AG Computerspiele für "spielbar.de" (eine Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung).
Die Film AG Infoc@fé
„Wannabe Production“ produziert eigene, digital gedrehte und geschnittene Filme. Ergebnis sind z.B. Dokumentationen zum Thema Mediensucht, die auf der
Leipziger Games Convention 2005, 2006 und 2008 entstanden, sowie die Konzertfilme über das jährlich stattfindende ISLA Festival
in Neu-Isenburg. Beiträge des Infoc@fés waren 2005 und 2007 auf dem Frankfurter
Jugendmedienfestival „Visionale“ vertreten.
Seit Herbst 2007 gibt es zusätzlich mit dem "Juniorclub" (freitags von 15:30 - 18:00 Uhr) ein offenes Angebot speziell für Kinder von 10 - 12 Jahren. Analog zum Internetclub für die "Großen" kann auch hier gespielt, im Internet gesurft und mit Freunden on- und offline "gechattet" werden. Unsere Pädagogen sind dabei stets Ansprechpartner und vermitteln den Kindern spielerisch die Möglichkeiten und Grenzen neuer Medien. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf altersgerechten Internetinhalten und Spielen.
Einmal im Monat findet einen Thementag statt, an dem z.B. eine Einführung in Bildbearbeitung, 10-Finger-Tippen oder der Test neuer Spiele für den Club im Vordergrund steht.
Modellprojekt Mediensuchtprävention
Mitte 2008 startete unter dem Motto "Be your Gamemaster" ein vom staatlichen Schulamt gefördertes Modellprojekt zur Mediensuchtprävention, das ebenfalls im Infoc@fé verankert ist. Ziel ist es, schon ab dem Grundschulalter aktiv Mediensuchtprävention zu betreiben. Hierzu arbeitet das Infoc@fé eng mit Neu-Isenburger Schulen zusammen und bietet verschiedene AGs an, in denen Schüler/innen altersgerecht an eine sinnvolle Mediennutzung herangeführt werden, bzw. ihr Mediennutzungsverhalten reflektieren können.
Ergänzt werden diese Angebote durch Elternabende und Lehrerfortbildungen sowie Einzelfallarbeit mit bereits betroffenen Spielern und Angehörigen.
Projektarbeit
Darüber hinaus arbeitet das Infoc@fé mit zahlreichen Kooperationspartnern in Neu-Isenburg
zusammen. Unser Hauptanliegen ist die handlungsorientierte Medienarbeit, deren
Ziel es ist, in Projekten kreativ den Umgang mit neuen Medien zu vermitteln.
Partner sind Bildungsträger, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Schulen der
Stadt Neu-Isenburg.
In der Neu-Isenburger Goetheschule (Gymnasium) fand im Sommer 2006 erstmals ein Kurs über Internetsicherheit
statt. Inzwischen hat sich dieses Projekt für die siebten Klassen etabliert und wurde sogar von der EU-Initiative "Klicksafe" mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.
In der Albert-Schweitzer Grundschule bietet das Infoc@fé eine Computer AG für die SchülerInnen ab der 2. Klasse an, in der Grundkenntnisse im Umgang mit Computer und Internet vermittelt werden.
Zusammen mit dem Kindergarten Gartenstraße in Neu-Isenburg lief
ein Modellprojekt mit Lernsoftware. Wir sind außerdem Anlaufpunkt, wenn es um
die Fortbildung für Multiplikatoren wie Erzieher und Pädagogen geht. Das
Infoc@fé-Team hat bereits erfolgreich Pädagogen in Kindergärten- und
Tagesstätten in digitaler Fotografie geschult.
Wir unterstützen Jugendliche bei der Planung und Moderation von
Präsentationen, Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen.
Im Infoc@fé fanden inzwischen eine Ausstellung zur Geschichte der
Computerspiele sowie Video- und Rollenspielabende statt.
Nutzungsüberlassungen
Bildungsträger, Vereine und öffentliche Einrichtungen können die Räume des Infoc@fés sowie die vorhandene
Technik nutzen. Auf rund 40 Quadratmetern stehen an sieben Arbeitsplätzen, aktuelle
Hard- und Software, aber auch Film-, Foto- und Veranstaltungstechnik zur
Verfügung.
Auch Privatpersonen über 18 Jahren können das Infoc@fé für
medienbezogene Freizeitveranstaltungen gegen eine Gebühr mieten.

